Maga. Beate Handler    Psychotherapie   |   Die Autorin

Welche psychischen Faktoren tragen zu Tinnitus bei?

Da wir in einer Zeit der Reizüberflutung, häufiger Veränderungen und des Multitaskings leben, bietet der ganz normale Alltag ausreichend Dauerstress und dieser kann, in Summation zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Tinnitus beitragen.

Man weiß, dass die körperliche Reaktion auf Belastungen oft erst zeitversetzt nach 18 – 24 Monaten auftritt. Auch treten solche Reaktionen dann in Zeiten der Entspannung und Erholung auf, wo man eigentlich gar nicht damit rechnet.

Es ist zu beobachten, dass Menschen die mit einer körperlichen Antwort, auf seelische Herausforderungen reagieren, sehr wohl - und leider zu gut - Belastungen aushalten. Sie können oder wollen Anzeichen von Belastungen nicht erkennen. Einstellungen wie „Geht noch, geht noch. Muss doch gehen. Andere schaffen das doch auch!“ sind bei Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen, wie Tinnitus häufig zu finden.

So wie Burnout, zählt auch Tinnitus zu den Tapferkeitsmedaillen mit denen Menschen auf dem Schlachtfeld unserer Leistungsgesellschaft ausgezeichnet werden!

Wie kann Psychologie bei Tinnitus helfen?

Hauptziele jeder psychologischen Strategie oder Intervention, sowie auch der Tinnitus- Retrainingtherapie sind, die körperliche und seelische Anspannung zu reduzieren, Stressoren zu erforschen, die Einstellung zum Ohrgeräusch zu verändern und die Aufmerksamkeit zu steuern trainieren – Ziel ist es zum eigenen Experten im Umgang mit dem Ohrgeräusch zu werden.

Jeder Mensch der von Tinnitus heimgesucht wird, sollte eine psychologische Tinnitus – Erstberatung in Anspruch nehmen. Aus meiner langjährigen beruflichen Arbeit an einer HNO-Abteilung weiß ich, dass diese psychologische Interventionsform sehr hilfreich für alle Betroffenen ist und Folgebelastungen reduziert. Je eher dieses Counselling stattfindet und je bessere psychische Ressourcen der Patient aufweist, umso eher führen Interventionen zum gewünschten Erfolg.

Es besteht die Möglichkeit bei der Krankenkasse um eine Teilrefundierung einzureichen. Über die Voraussetzung werden Sie von mir vor dem Termin informiert.

Oft hilft Tinnitusbetroffenen schon eine Sitzung einer psychologischen Beratung bei der Tinnitusbewältigung. Solche Sitzungen enthalten Elemente der Tinnitus-Retraining-Therapie, sowie Elemente des Achtsamkeits- und des Genusstrainings. Durch Information und Vermittlung verschiedener konstruktiver Strategien im Umgang mit Tinnitus wird die Selbstwirksamkeit gestärkt und die Motivation den Tinnitus zu bewältigen steigt. Bei Interesse an einer psychologisch-psychotherapeutischen Sitzung zur Tinnitusbewältigung können Sie sich gerne über meine Kontaktdaten an mich wenden.